vZ – Integrative Stadtentwicklung

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HRH Prinz von Wales an die Teilnehmer der Perspektivenwerkstatt Berliner Platz in Essen

Ich war sehr erfreut zu erfahren, daß die Stadt Essen sich für eine Perspektivenwerkstatt entschieden hat (Community Planning), eine Methode, um einen vorwärtsgerichteten Weg für die Gestaltung des Berliner Platzes und die umgebenden Nachbarschaften zu finden.

Die Schlüsselfrage scheint zu sein, wie ein Gebiet wiederherzustellen ist, das derzeit von Straßen und Eisenbahnlinien schwer belastet wird, die die Universität und andere wichtige Gebiete des Nordens vom Stadtzentrum abtrennen. Die Frage, ob die Philharmonie eine Rolle in diesem Ensemble spielen soll, läßt sich – so meine Überzeugung – nur lösen, indem man über das Gefüge der ganzen Innenstadt nachdenkt und die Vorteile und Nachteile der verschiedenen Gegebenheiten auslotet. Nach meiner Erfahrung mit ähnlichen Projekten anderswo ist eine Perspektivenwerkstatt hierfür das ideale Werkzeug. Es bringt einen Prozeß hervor, der flexibel und umfassend die Prioritäten klären kann, ohne festgelegte Vorstellungen von außen zu implementieren.

Mich interessierte sehr, zu hören, daß Ihre Stadt beschlossen hat, diesen Zugang zu wählen, statt die ursprüngliche Idee zu verfolgen, einen internationalen Gestaltungswettbewerb auszuloben. Noch einmal: Nach meinen Erfahrungen andernorts versagen die Ergebnisse von hochrangig besetzten Gestaltungswettbewerben oft darin, den anderen grundlegenden Elementen Rechnung zu tragen, die zur Schaffung wirklich lebenswerter und nachhaltiger Siedlungen notwendig sind. Unsere Städte und Innenstädte sind äußerst komplexe Systeme, in denen die beteiligten Teile harmonisch zusammenarbeiten müssen, wenn das Ganze auf das reiche Netzwerk menschlicher Aktivitäten antworten soll. Unsere Städte schöpfen ihre Bedeutung aus der Tatsache, daß sie Orte sozialen Miteinanders sind. Deswegen muß ihre zukünftige Organisation auf die oft widerstreitenden Bedürfnisse ihrer Einwohner Rücksicht nehmen. Ich bin sicher, daß das Ergebnis der Perspektivenwerkstatt viel klarer und begründeter den zukünftigen Weg anzeigen wird. Die wirklichen Gewinner werden die Essener Bürger und die Stadt als Ganzes sein.

Ich bin natürlich begeistert, daß der Anstoß zu dieser Initiative von der Mutter einer der ersten Studentinnen meines Institutes für Architektur in London kam. Dort unterstützen wir gemeinschaftliches Planen schon seit vielen Jahren. Ich hoffe, daß die kürzliche Veröffentlichung der deutschen Ausgabe unseres Handbuchs für Aktionsplanen mit dem Titel ‘Perspektivenwerkstatt’ helfen wird, diesen Ansatz in Ihrem Land zu verbreiten. Ich wünsche Ihnen jeden nur möglichen Erfolg bei diesem faszinierenden Unternehmen und bin gespannt, von den Ergebnissen in nächster Zeit zu hören.

VON ZADOW Gmbh und
John Thompson & Partners, London,
verbreiten Community Planning und kooperative Planungsmethoden weltweit