Vom Schrangen bis zum Klingenberg entsteht ein durchgehender Fußgängerbereich
Das Projekt “Mitten in Lübeck” wird nach Perspektivenwerkstatt, Wettbewerb und Ausschreibung nun zur Wirklichkeit. Im zentralen Bereich des UNESCO-Welterbes wird der öffentliche Raum für Bewohner und Besucher deutlich aufgewerten. In vier Schritten wird die Mitte des Innenstadtbereichs über einen Zeitraum von drei Jahren auf einer Gesamtfläche von etwa 14.200 Quadratmetern neu gestaltet.
Die Kosten für den Umbau der zentralen Achse liegen bei rund 11,2 Millionen Euro. Die Possehl-Stiftung beteiligt sich mit 4,6 Mio. Euro (incl. Perspektivenwerkstatt und Wettbewerb), die EU fördert mit max. 2,45 Mio. Euro aus dem Zukunftsprogramm Wirtschaft mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
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Die Lübecker Altstadt ist als herausragendes Beispiel mittelalterlicher Stadtbaukunst in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen worden. Neben der Erhaltung der historischen Bausubstanz sind auch an die Gestaltung des öffentlichen Raumes hohe Anforderungen zu stellen. Um diesem Anspruch an eine gute Aufenthaltsqualität im zentralen Bereich der Altstadt gerecht zu werden, wird der Fußgängerbereich erweitert und gestalterisch aufgewertet (Schrangen, Obere Breite Straße, Kohlmarkt, Sandstraße, Klingenberg).
Um einen möglichst hohen Konsens mit der Lübecker Bevölkerung zu erreichen, führte die Hansestadt Lübeck mit Unterstützung der Possehl-Stiftung, der Kaufmannschaft zu Lübeck und dem Lübeck Management im März 2007 erstmals eine „Perspektivenwerkstatt“ durch, an der alle interessierten Lübecker Bürgerinnen und Bürger teilnehmen konnten.
Über 500 Menschen haben dieses Mitwirkungsangebot engagiert wahrgenommen. Vom “normalen” Bürger, der seine Meinung einbringen wollte, über Verbandsvertreter und Fachplaner bis hin zu hochrangigen Politikern war eine ausgewogene Mischung zwei Tage lang damit beschäftigt, voneinander zu lernen, wie sich die gegenwärtigen Probleme darstellen, welche Ideen und Wünsche an die zukünftige Entwicklung gestellt werden und welche Lösungsvarianten dafür gefunden werden können. In mehr als 20 verschiedenen Arbeits- und Planungsgruppen wurde thematisch gearbeitet, vor Ort besichtigt, gezeichnet und entworfen. Hinzu kamen Stellungnahmen, Briefe, Emails und sogar fertige Architekturmodelle, um deren Berücksichtigung gebeten wurde.
In den vier anschließenden Tagen analysierte das 20-köpfige externe Planerteam die gewonnenen Erkenntnisse und entwickelte basierend auf den Beiträgen der Perspektivenwerkstatt ein umsetzbares, integriertes Konzept für den gesamten Planungsbereich. Die zweieinhalb-stündige Präsentation der Ergbenisse, in der die einzelnen Schritte des öffentlichen Diskurses dokumentiert und die Gestaltungsvorschläge des Planungsteams veröffentlicht wurden, endete mit viel Beifall.
Steuerungsgruppe und Unterstützerkreis werden weiter begleiten und beraten, die Politik wird entscheiden, wie der neu entstandene Geist der Zusammenarbeit weiter gepflegt werden soll und auf welche Weise die vorliegenden Ergebnisse vertieft, ausgearbeitet und schließlich realisiert werden können.
mehr Informationen dazu auf www.communityplanning.net
→ Runterladen Ergebnisbericht Teil 1 Auftakt
→ Runterladen Ergebnisbericht Teil 2 Teambriefing
→ Runterladen Ergebnisbericht Teil 3 Workshops
→ Runterladen Ergebnisbericht Teil 4 Ergebnisse
→ Runterladen Ergebnisbericht Teil 5 Empfehlungen
Lesen Sie Presseartikel zum Projekt:
→ Artikel `Der Bürger als Stadtplaner´; Lübecker Nachrichten, 14. Dezember 2006
→ Artikel `Ruhe und Grün für die Altstadt´; Stadtzeitung Lübeck, 27. März 2007
→ Artikel `450 Ideen für Lübecks Innenstadt´; Lübecker Nachrichten, 29. März 2007
Umsetzung der Ergebnisse:
Auf Grundlage der Ergebnisse der Perspektivenwerkstatt lobte die Stadt Lübeck 2008 einen städtebaulichen Wettbewerb aus. Das Wettbewerbsergebnis wurde bis 2009 weiter ausgearbeitet. Das Ergebnis unterstreicht eindrucksvoll das Planungskonzept der Perspektivenwerkstatt und klärt weitere gestalterische und technische Details. Seitdem erfolgte die Ausschreibungen und Vergabe von Bauleistungen. Seit Mürz 2010 ist der Umbau der zentralen Lübecker Fußgängerzone im vollem Gange. Er wird in 4 Bauabschnitten erfolgen.
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